25.03.2021

Warum Sommerreifen sinnvoll sind

Im Sommer mit Sommerreifen fahren, im Winter mit Winterreifen. Aber warum eigentlich? Seit 2010 gilt eine gesetzliche Winterreifenpflicht bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch und Reifglätte. Eine Sommerreifenpflicht gibt es dagegen nicht. Dennoch bietet die sommerliche Bereifung einige Vorteile für den Pkw-Fahrer ...
Warum Sommerreifen

Mehr Sicherheit

Sicherheit geht vor – auch im Sommer! Hitze, starke Niederschläge und Trockenheit stellen Reifen in der wärmeren Jahreshälfte unter eine Belastungsprobe. Sommerreifen sind auf diese Umweltbedingungen ausgerichtet und bieten bei über 15 Grad Celsius im Vergleich zu Winter- und Ganzjahresreifen mehr Fahrsicherheit. Diese äußert sich durch einen deutlich kürzeren Bremsweg auf trockener und nasser Fahrbahn und einer verbesserten Reaktion des Fahrzeugs auf kurvenreichen Landstraßen oder beim Spurwechsel.
Diese Veränderung im Fahrverhalten hängt mit der speziellen Gummimischung, der Profilstuktur und der Profiltiefe des Sommerreifens zusammen.

Die Gummimischung des Reifens ist härter, sodass die Gefahr des Aufweichens bei hohen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung gar nicht erst entsteht. Unerwünschte Verformungen werden somit verhindert. Der härtere Reifen führt allerdings dazu, dass sich die Griffigkeit bei Nässe verringert. Diesem Zustand wird durch ein günstig angelegtes Profil entgegengewirkt. Tiefe Rillen im Profil sorgen für den sogenannten Wischkanteneffekt, welcher Wasser schnell vom Reifen wegtransportiert und Aquaplaning verhindert. Die Reifenprofiltiefe ist ein entscheidendes Kriterium, wenn es um die Frage geht:
„Kann ich meine Sommerreifen dieses Jahr noch verwenden?“

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt europaweit derzeit bei 1,6 Millimetern. Experten warnen jedoch davor, Reifen bis zu dieser Mindestprofiltiefe abzufahren, sondern diese bei einer Tiefe von etwa 3,0 Millimetern auszuwechseln . Gleichzeitig verlängert zu wenig Profil den Bremsweg bei Nässe enorm, wodurch schon niedrigere Geschwindigkeiten zur Gefahr werden.

Die Kontrolle der Profiltiefe ist auch für Nicht-Reifenexperten einfach.
Alles, was benötigt wird, ist eine 1-Euro-Münze ...

Do it yourself: Die 1-Euro-Münzmethode

Die Messung der Profiltiefe ist auf diese Weise schnell und unkompliziert:

  1. Die Münze an mehreren Stellen in der Mitte des Reifens in das Profil stecken
  2. Wenn der 3,0 Millimeter hohe Goldrand der Münze verschwindet, ist die Mindestprofiltiefe noch gewährleistet.
  3. Ist der Goldrand bereits sichtbar, steht ein Reifenwechsel an.

Geld sparen

Wer vorhat, seine Winterreifen ganzjährig zu verwenden, muss mit einer deutlich stärkeren und schnelleren Profilabnutzung bei Temperaturen im zweistelligen Bereich rechnen. Fällt die Profiltiefe dann unter das gesetzliche Limit, müssen erneut Reifen gekauft werden. Geld, das hätte eingespart werden können. Des Weiteren verringert die spezielle Gummimischung den Rollwiderstand. Für den Autofahrer mit Sommerreifen bedeutet das: Weniger Spritverbrauch! Das freut nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Bildquelle: luckybusiness – stock.adobe.com